Impulse

17.03.2019 / 12

 

Gebetsinitiative „miteinander BETEN“
am 24. März 2019 um 19 Uhr in der Petruskirche/Neu-Ulm

Warum noch ein Gebetstermin?
Der Ausgangspunkt für diese bundesweite Gebetsinitiative ist der Film „Fatima, das letzte Geheimnis“. Eindrucksvoll und zugleich sehr berührend werden die Zusammenhänge mit etlichen Ereignissen in unserer Zeit und dem Rosenkranzgebet dargestellt. Immer wieder konnte manches Unheil durch das intensive Rosenkranzgebet von Millionen Menschen abgewendet werden. Die Aussage des Filmes ist, dass wir uns nicht entmutigen lassen sollen, sondern unsere Anliegen vertrauensvoll der Gottesmutter übergeben. Das hat viele, die diesen Film gesehen haben, nicht in Ruhe gelassen. Es gibt so viele Umbrüche in unserer Zeit, in den Pfarreien, in der Kirche, in den Familien, in der Politik …. Niemand weiß, was daraus wird. Was können wir tun? Das „Projekt Pilgerheiligtum“ der Schönstattbewegung hat deshalb die Gebetsinitiative „miteinander BETEN“ gestartet.

„Gemeinsam beten“ am Sonntag, den 24. März 2019 an vielen Orten, mit anderen oder allein, dasselbe Gebet, den Rosenkranz. In unserer Pfarreiengemeinschaft um 19 Uhr in der Petruskirche, nach dem Abendgottesdienst.

Wir bitten um Frieden zwischen den Völkern, Religionen, in den Familien. Wir bitten um Gottes Segen, dass das, was wegbricht, zu einem neuen Anfang wird.“

… seid Ihr dabei?

 

Elvira Held
„Projekt Pilgerheiligtum“

10.03.2019 / 11

„Und auf was verzichtest Du diesmal in der Fastenzeit?“ Mit dieser oder ähnlichen Fragen sind viele von Ihnen sicherlich in den letzten Tagen konfrontiert worden oder haben sie selbst an Freunde und Bekannte gerichtet. Und auch die Antworten fallen höchst unterschiedlich aus. Manche verzichten auf Zucker und Süßes, Andere wiederum auf Alkohol und/oder Tabak und wieder Andere schränken gewisse Tätigkeiten wie Fernsehen oder den Konsum des Internets während der Fastenzeit ein. Es gibt natürlich auch Menschen, welche in diesen 40 Tagen der Buße so keinen rechten Sinn sehen und es daher auch nicht für nötig erachten, ihren Lebenswandel dahingehend zu verändern. Aber sollten wir uns dazu durchringen, auf die eine oder andere Sache oder liebgewordene Gewohnheit zu verzichten, dann möchten wir dies auch in der Regel mit aller Konsequenz vollziehen. Will heißen: Wenn schon Fasten, dann auch die vollen 40 Tage und nicht schon vorher das sprichwörtliche „Handtuch werfen“. Gelingt uns dies nicht, sind wir in der Regel enttäuscht und ärgern uns über unsere eigene Disziplinlosigkeit.

Nun verhält es sich in der Regel mit dem Fasten ähnlich wie mit ganz vielen anderen Vorhaben oder Projekten in unserem Leben: Alleine ist es oft viel anstrengender als in einer Gemeinschaft. Nun mag hier der ein oder andere verständlicherweise die Frage stellen, was es mir denn jetzt persönlich nützt, wenn weitere Menschen sich dieselben Fastenvorsätze fassen wie ich selbst. Denn in letzter Konsequenz muss ja jeder für sich selbst den geplanten Verzicht üben. Dieser Einwand mag aus dieser Perspektive aus betrachtet, sicherlich berechtigt sein. Aber diesbezüglich verhält es meiner Ansicht nach eher wie nach dem Grundsatz „Geteiltes Leid ist halbes Leid.“ Es handelt sich daher eher um eine Gemeinschaft im Geiste, in welcher sich die einzelnen Mitglieder mental und seelisch Kraft und Halt geben, die geplanten Vorsätze auch entsprechend umzusetzen. Man könnte dies vielleicht auch mit einer Wegstrecke wie beispielsweise einer Fußwallfahrt vergleichen, die man nicht alleine, sondern in einer Gruppe geht. Laufen muss hier zwar auch jeder für sich, aber gerade in Situationen, in welchen man neigt, die Motivation zu verlieren, kann man sich gegenseitig wieder Mut und Zuversicht zusprechen.

So sind auch diese 40 Tage der vorösterlichen Bußzeit wie ein Weg, den wir entweder alleine oder gemeinsam gehen können. Aber egal, wie wir uns entscheiden: Einer geht immer mit und dieser Jemand kann uns auf ganz besondere Art und Weise motivieren.

 

Kaplan Bernd Udo Rochna

03.03.2019 / 10

Immer wieder darf ich mit unserem Architekten zusammen mit Interessierten durch St. Johann Baptist gehen und über die Kirche berichten: ihre Entstehung, ihre Bau- und Erweiterungsphasen, der Wiederaufbau nach ihrer Zerstörung durch die Bombardierung unserer Stadt, die Neugestaltung in den neunzehnhundert achtziger Jahren und der aktuelle Stand der Sanierung. Vor ein paar Jahren hat es über Nacht einen gewaltigen Riss durch das gesamte Kirchenschiff gegeben; mit einem Schlag hat es die Bodenplatten im Mittelgang aufgestellt. Die Spannungen, die sich wohl über Jahrzehnte in der Kirche aufgestaut haben, mussten sich Luft verschaffen. Dieses Ereignis hat die Notwendigkeit der Sanierung erst bewusst gemacht und schließlich eingeleitet. Spannend und herausfordernd während des bisherigen Verlaufs ist, dass wir nicht mit einem fertigen Konzept beginnen konnten; vieles zeigte und zeigt sich im Verlauf, es musste und muss teilweise neu gedacht und anfangs geplante Verfahren geändert werden und konnten und können gar nicht zur Durchführung kommen. Wenn ich zurzeit in die geschlossene Kirche hineingehe, erschreckt mich der Zustand ihres Inneren: da sind nur Gerüste, Staub und Schmutz, unangenehme Gerüche, keine Schönheit, das Kreuz und der Altar sind verhüllt, …

Bei näherem Hinschauen kann ich aber – noch Anfang Haft – auch erste Ergebnisse sehen: gereinigte Mauern, ganz neugedachte Entwürfe, neue Lichtplanungen, …

Die Sanierung von St. Johann beschäftigt mich, und wird für mich zu einem Geschehen der Kirche weltweit!

Bei einem Gespräch mit einem Missbrauchsopfer sagte Kardinal Schönborn im Blick auf die wenige Tage später stattgefundene Konferenz des Papstes mit den vorsitzenden Bischöfen der Bischofskonferenzen in Rom, dass es wohl zuallererst um ein Bewusstwerden von Zuständen und Verhaltensweisen der Kirche gehen wird/muss. Für mich ein Bewusstwerden, das nicht „nur“ den Umgang mit Schutzbefohlenen wahrnehmen will, sondern sich auf alle vorstell- und noch unvorstellbaren Bereiche kirchlichen Denkens, Redens, Lebens, Handelns und Verhaltens ausweiten will und muss, sie anschaut und zu Veränderungen offen ist und aufbricht, auch wenn sie noch gar nicht geplant und gedacht sind. Das Neu-Bewusstwerden des Verhaltens Gottes gegenüber den Menschen, wie er es uns in Jesus seinem Sohn zeigt!

 

 

Vor unserer Kirche hängt ein Plakat, darauf steht:
So reinigt Gott seine Nutzgefäße, füllt sie neu mit seinem Geist und macht sie wieder brauchbar!

Der Untergang der Kirche, der Gemeinschaft der Gerufenen, ist nicht in seinem Heilsplan; die Reinigung und Neuordnung schon.

 

Beim letzten Firmnachmittag unserer Jugendlichen bin ich ins Staunen gekommen über die Antworten, die sie im Blick auf das Leben, seine Zusammenhänge und sein Gelingen gefunden haben – das war und ist stark! Und da war ein Gebet – Sie kennen es:

 

Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,

dass ich liebe, wo man hasst;

dass ich verzeihe, wo man beleidigt;

dass ich verbinde, wo Streit ist;

dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist;

dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht;

dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält;

dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert;

dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.

Herr, lass mich trachten,

nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste;

nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe;

nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.

Denn wer sich hingibt, der empfängt;

wer sich selbst vergisst, der findet;

wer verzeiht, dem wird verziehen;

und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben. (GL 19,4)

 

Pfarrer Markus Mattes

24.02.2019 / 9

 

Er könne Menschen verstehen, „die an uns irre werden“, sagte der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke vor drei Wochen bei der Vorstellung des internen Prüfberichts des Finanzskandals der Diözese Eichstätt. Es ist in der Tat zum irrewerden, wenn man dieser Kirche angehört, in der gerade ein Skandal auf den anderen folgt:

Erst die Offenlegung des jahrzehntelangen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen durch Geistliche, dann der Finanzskandal in Eichstätt, gefolgt von einem weiteren Finanzskandal in der österreichischen Diözese Gurk und nun der sexuelle Missbrauch von Ordensfrauen durch Geistliche.

Was tun? – Irre werden? Vor Wut explodieren? Verzweifeln? Alles hinwerfen? Der Kirche den Rücken kehren und austreten? …

Diese und viele weitere Fragen wurden am vergangenen Wochenende in unserer Pfarreiengemeinschaft offen diskutiert, als der Generalvikar unserer Diözese Harald Heinrich, zusammen mit dem Leiter der Fortbildungsabteilung Dr. Anton Schuster und Domvikar Martin Riß zum Themenabend „Missbrauch in der katholischen Kirche“ ins Pfarrzentrum St. Albert kamen. Zu Beginn erläuterten sie die Ergebnisse der sogenannten MHG-Studie der deutschen Bischofskonferenz „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige“. Anschließend stellten sie sich den Fragen der anwesenden Gemeindemitglieder, Pfarrgemeinderäte und Kirchenverwaltungsmitglieder. Dabei wurde zwei Stunden lang offen, heftig und kontrovers diskutiert.

Auch wenn letztendlich deutlich wurde, dass so manche Frage nicht – oder nur unbefriedigend – beantwortet werden kann und dass uns die Auswirkungen sexuellen Missbrauchs in der Kirche wohl noch lange beschäftigen werden, stimmt mich hoffnungsvoll, dass mittlerweile über diesen und weitere Missstände offen gesprochen werden kann und dies auch getan wird – und zwar auf allen Ebenen.

So findet in diesen Tagen im Vatikan ein Treffen der Vorsitzenden der 113 Bischofskonferenzen, der Ostkirchen, der Ordensoberen und der Leiter der Kurienbehörden zusammen mit Papst Franziskus statt, um sich mit den sexuellen Missbräuchen in der katholischen Kirche auseinanderzusetzen. Hierbei werden Experten Vorträge halten und Betroffene aus der ganzen Welt sollen gehört werden.

Papst Franziskus hat im Vorfeld deutlich gemacht, dass es keine Vertuschung mehr geben wird und er benennt mutig und offen die Ursachen dieser Missstände, unter anderem den Klerikalismus.

Ja, es gibt ihn, den Klerikalismus, und er wird nach wie vor gepflegt – von zahlreichen Geistlichen selbst und erstaunlicherweise auch von so manchen Gläubigen, die in den Geistlichen nur den geweihten Würdenträger und nicht den Menschen sehen wollen. In deren Augen bekommt eine kirchliche Veranstaltung und insbesondere ein Gottesdienst erst dann Gewicht, wenn einer der „hochwürdigen Herren“ anwesend ist – am besten der Pfarrer oder Kaplan oder zumindest der Diakon.

Wenn Papst Franziskus im Klerikalismus einen der Gründe erkennt, der diese Dimension von Missbräuchen an Kindern und Jugendlichen ermöglicht hat, das sollte man nicht nur an den „Klerikalismus von oben“, sondern auch an den soeben beschriebenen „Klerikalismus von unten“ denken. Im untersuchten Zeitraum von 1964 bis 2014 führt die MHG-Studie im Bistum Augsburg 164 Opfer und 85 Täter auf. Dies sind wohlgemerkt die bekannt gewordenen Fälle, ohne Dunkelziffer! Das bedeutet, dass sowohl Opfer als auch Täter mitten unter uns leben. Hat in der ganzen Zeit tatsächlich kein Mensch irgendetwas bemerkt? Bemerkt auch heute niemand etwas? Fehlt uns der Blick für Opfer? Fehlt uns der Blick für Täter?

Wir wissen alle, dass Missbrauch kein rein kirchliches Problem, sondern vielmehr ein gesellschaftliches Problem ist. Doch das Prinzip funktioniert in allen Bereichen gleich: Missbrauch wird vor allem dort begünstigt, wo Erwachsene, denen Schutzbefohlene anvertraut sind, auf ein scheinbar unantastbares moralisches Podest gestellt werden – seien es Prominente, Lehrer, Trainer, Verwandte oder auch Geistliche.

Ihr Diakon Andreas Thalhofer

17.02.2019 / 8

 

Slowenien ist eines der jüngsten und kleinsten Länder der Europäischen Union. Von seinen gerade mal zwei Millionen Einwohner sind knapp 60 % katholisch. Obwohl das Land tiefe christliche Wurzeln hat, praktiziert nur gut ein Fünftel der Bevölkerung seinen Glauben. Bis zum Jahr 1991 war Slowenien nie ein unabhängiger Staat, sondern wurde immer wieder von verschiedenen Mächten regiert und beherrscht. Dennoch war es über Jahrhunderte Knotenpunkt für Handel und Menschen aus aller Welt. Sie brachten vielfältige kulturelle und religiöse Einflüsse mit. Bereits zu Zeiten Jugoslawiens galt der damalige Teilstaat Slowenien als das Aushängeschild für wirtschaftlichen Fortschritt. Heute liegt es auf der „berüchtigten“ Balkanroute, auf der im Jahr 2015 tausende vor Krieg und Verfolgung geflüchtete Menschen nach Europa kamen.

Mit offenen Händen und einem freundlichen Lächeln laden die slowenischen Frauen gemäß dem Gleichnis vom Festmahl im Lukasevangelium die ganze Welt zu ihrem Gottesdienst ein, der uns entführt in das Naturparadies zwischen Alpen und Adria. Und er bietet Raum für alle. Es ist noch Platz –  besonders für all jene Menschen, die sonst ausgegrenzt werden wie Arme, Geflüchtete, Kranke und Obdachlose.

Auch gibt es tief verwurzelte Ressentiments zwischen Gläubigen und Atheisten, Männern wie Frauen, aus sozialistischen Zeiten zu überwinden. Ethnische Minderheiten wie die Roma sind benachteiligt. Ist auch Platz für sie?

Feiern Sie mit unseren ökumenischen Teams wieder konfessionsübergreifend  ganz besondere Gottesdienste. Nach den Gottesdiensten „ist alles bereit“. Freuen Sie sich auf selbst zubereitete slowenische Spezialitäten. Wir laden Alle herzlich ein!

Offenhausen:
18 Uhr, katholische St. Albert-Kirche

Stadtmitte:
19 Uhr, evangelische Petruskirche

Finningen/Reutti:
19 Uhr, Pfarrstadel in Finningen.

Pfuhl:
19 Uhr, evangelische St. Ulrich-Kirche.

 

Gemeindereferentin Brigitte Weiss
für die ökumenischen Weltgebetstagsteams der Pfarreiengemeinschaft

10.02.2019 / 7

Vergangenen Sonntag drehte sich im Familiengottesdienst in St. Albert, Offenhausen alles um die Liebe. Im Zentrum des Gottesdienstes stand das Hohelied der Liebe aus dem Korintherbrief. Wir stellten die Frage: Was ist eigentlich Liebe? Der bunte Strauß an Antworten aus unserer Gottesdienstgemeinde hat es wahrlich verdient weitergetragen zu werden. Lassen Sie sich inspirieren:

Liebe ist ….

Gott – Jesus Christus – Gerechtigkeit – vollkommene gegenseitiges Vertrauen und gegenseitige Hingabe – wenn jemand immer für mich da ist – für meine Familie da zu sein, meine Frau und meine Kinder – zusammen was unternehmen – die ganze Familie bei sich haben – zusammen sein – alles – ein Kind zu haben – nicht nur an sich denken – alles verzeihen und vergessen – nach vorne zu schauen und lachen – besonders – frei – bezaubernd – verzaubernd – keine Prahlerei – Barmherzigkeit – Rücksicht nehmen auf meinen Mitmenschen – den anderen achten, auf ihn schauen, zuhören – wie ein Sonnenstrahl im Frühling, der neues Leben schenkt, uns wärmt und uns neu aufleben lässt – Glauben – Vertrauen – Glück – ein Herz zwischen Menschen – sich gegenseitig Halt sein – schöööön! – Wachstum – ehrlich wie ein helles Licht – Musik – toll – herzerwärmend – warm – großartig – großzügig – bunt – wenn ich ganz vertrauen kann – zuhören wollen – den Nächsten lieben wie sich selbst – mögen – Zeit füreinander haben – Gutes tun – im Herzen sich wohl fühlen – glücklich sein – Freude – sich verstehen – wenn Mama und Papa mit mir spielen – schwer in Worte zu fassen – wichtig und wertvoll – göttlich – eine Welt ohne Kriege – Schmetterlinge im Bauch – verzeihen können – alles für den anderen zu riskieren und zu tun – Familie – von Gott – etwas sehr Schönes und Gutes – sich um einen kranken Nachbarn zu kümmern – füreinander immer da sein – bedingungsloses Vertrauen – ewig – hört niemals auf – unbeschreiblich schön – wunderbar – gütig und geduldig – mit dem Herzen zu sehen – zusammenhalten – einander treu sein – meine Kinder und Eltern – der Ursprung des Lebens – gemeinsam in eine Richtung schauen – den „anderen“ so nehmen wie er ist – Respekt – Achtung und Unterstützung des anderen – zum eigenen Volk stehen – einander zu vergeben – Gemeinsamkeit – Rücksichtnahme – Freundschaft – sich geborgen fühlen – schmerzhaft – sie erträgt viel, ist großzügig und sucht nicht den Vorteil – unendlich – aufeinander zugehen – Miteinander – Gemeinschaft – wenn man Kranken hilft – das Leben – kuscheln – stark – ohne Bedingung – eine Kraft oder Macht die uns zusammenhält – wenn einer sein Leben gibt für seine Freunde – Ganzhingabe – das einzige Gut welches durch Verschenken nicht weniger wird – Ehrlichkeit.

 
Ilona Thalhofer

03.02.2019 / 6

„Wird heute im Gottesdienst wieder geblaselt?“ Solche und ähnliche Fragen sind in diesen Tagen wieder verstärkt in nahezu allen Pfarreien in unserem Land, und genau gesehen, weltweit zu vernehmen. Begeht die Katholische Kirche doch am 3. Februar den Gedenktag des Heiligen Bischofs Blasius von Sebaste. Dieser hat als Arzt und Bischof treu und mutig seinen Glauben bis zum Schluss bekannt und dafür das Martyrium erlitten. Neben vielen Erzählungen rund um seine Person wird unter anderen berichtet, dass er während einer Gefangenschaft einen Jungen geheilt hat, der sich zusammen mit ihm im Gefängnis befand und der sich an einer Fischgräte verschluckt hat und daran zu ersticken drohte.

Aufgrund jenes Umstands gilt er vor allem als Schutzpatron bei sämtlichen Beschwerden des Halses und der Atemwege. Deshalb wird in den Gottesdiensten rund um seinen Gedenktag der sog. Blasiussegen gespendet, welcher sich nach wie vor sehr großer Beliebtheit erfreuen kann. Dabei werden den Gläubigen zwei gekreuzte Kerzen vor den Hals bzw. Brustkorb gehalten und dann die entsprechende Segensformel gesprochen. Da gerade in dieser Zeit sehr viele Menschen von gesundheitlichen Problemen den Hals,- und Rachenbereich betreffend, heimgesucht werden, erhoffen sich die Betroffenen durch diese Fürsprache Heilung und Linderung ihrer Beschwerden.

Nun können wir aber gerade auch in den heutigen Tagen verstärkt beobachten, dass wir mit Dingen und Sachverhalten konfrontiert werden, welche uns sprichwörtlich im Hals stecken bleiben. Aussagen wie „das schwillt mir ja vor Ärger der Hals!“ oder auch „da bleibt mir ja fast die Luft weg!“ sollen im übertragenen Sinne zum Ausdruck bringen, dass uns manchmal nicht nur eine organisch bedingte Krankheit das Atmen schwer machen kann. Und wenn man einen Blick auf das aktuelle Tagesgeschehen wirft, welches sich in unserer Welt abspielt und zuträgt, dann muss man in der Tat erstmal ganz tief durchatmen um all die, teilweise haarsträubenden, Geschehnisse zu verkraften. Ich denke, auch hier kann die Fürsprache des Heiligen Bischofs Blasius eine Hilfe und eine Unterstützung sein.

Deshalb sollten wir, wenn wir uns aufmachen, um den Blasiussegen zu empfangen, auch an diese Sachverhalte denken und sie demutsvoll, aber auch in aller Offenheit vor Gott bringen. Auf das er uns auf die Fürsprache des Heilige Blasius vor den „Frischgräten“ unserer Zeit befreien möge, damit wir auch im übertragenen Sinne wieder tief und frei durchatmen können.

 

Kaplan Bernd Udo Rochna

27.01.2019 / 5

Ich lasse mich dir, Herr, und bitte: Mache ein Ende all meiner Unrast. Meinen Willen lasse ich dir. Ich glaube nicht, dass ich selbst verantworten muss, was ich tue und was durch mich geschieht. Führe du mich und zeig mir deinen Willen.
Meine Gedanken lasse ich dir. Ich glaube nicht, dass ich so klug bin, mich selber zu verstehen, diese ganze Welt, das Leben und die Menschen. Ich muss sie nicht verstehen. Lehre mich nur, deine Gedanken zu denken.

Meine Pläne lasse ich dir. Ich glaube nicht, dass mein Leben darin seinen Sinn findet, dass ich alles erreiche von meinen Plänen. Du hast einen besseren Plan für mich. Ich vertraue deinem Plan, denn du kennst mich.
Meine Sorgen um die anderen Menschen lasse ich dir. Ich glaube nicht, dass meine Sorgen daran viel ändern können. Ich vertraue mich deiner guten Sorge an. Alles liegt in deinen Händen.
Alle ungelösten Fragen, alle Mühe mit mir selbst, alle verkrampften Hoffnungen lasse ich dir. Ich gebe es auf, gegen verschlossen Türen zu rennen, und warte auf dich. Du wirst kommen.

Meine Angst vor der Stärke der anderen lasse ich dir.
Meine Furcht vor meinem eigenen Versagen lasse ich dir. Ich brauche kein erfolgreicher Mensch zu sein, wenn ich nur ein gesegneter Mensch bin, einer der in deinem Willen steht.
Ich lasse mich dir.
Ich gehöre dir.
Du hast mich in deiner guten Hand.
Ich danke dir.

 

P. Dr. Matthias Utters OFM

20.01.2019 / 4

Gebetswoche für die Einheit der Christen vom 18. – 25. Januar 2019

Die Gebetswoche verbindet weltweit Konfessionen, Kirchen und Kulturen über alle Grenzen hinweg. In dieser Woche wird die lebenswichtige Bedeutung der Einheit hervorgehoben: Einheit wächst, wo für begangenes Unrecht Buße getan und gemeinsam der Gerechtigkeit „nachgejagt“ wird.

Zur Vertiefung der Reflexion über Einheit und Gerechtigkeit wurden die Themen der einzelnen Tage so ausgewählt, dass sie jeweils einen Aspekt des Ringens um Gerechtigkeit illustrieren.

Das Thema am 2.Tag lautet: Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein
(Matthäus 5,37)

„Gewalt gegenüber unseren Mitmenschen äußert sich nicht nur in körperlichen Übergriffen und Raubüberfällen, sondern auch in Klatsch und boshaften Gerüchten. In den sozialen Medien erreichen Unwahrheiten in kürzester Zeit ein breites Publikum. Die Christen in Indonesien sind sich bewusst, dass manche religiöse Gruppen – auch Christen – Lügen und Vorurteile über andere religiöse Gruppen auf diesem Weg verbreiten. Menschen schrecken aus Angst und der Gefahr von Vergeltungsakten davor zurück, für die Wahrheit einzustehen. Wenn sie mit ungerechten und unwahren Behauptungen, die Angst verbreiten sollen, konfrontiert werden, schweigen sie lieber.

Jesus sagt: „Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein; alles andere stammt vom Bösen.“ Verlogenheit zerstört gute Beziehungen zwischen Einzelnen genauso wie zwischen Gruppen und auch zwischen Kirchen. Unehrlichkeit beschädigt die Einheit der Kirche. Der Text aus dem Epheserbrief (Epheser 4,22-25) erinnert uns, dass wir in Christus ein Leib sind. Er ruft uns zur Ehrlichkeit und zu gegenseitiger Verantwortung auf, damit unsere Gemeinschaft wachsen kann. Dann wird nicht der Geist des Bösen, sondern der Heilige Geist Gottes bei uns sein“.

 

Ihre Gemeindereferentin Brigitte Weiss

13.01.2019 / 3

Ein Geschenk unter unserem Weihnachtsbaum war der Film „Papst Franziskus – ein Mann seines Wortes“. Bereits im Kino hat mich dieser Film – oder besser gesagt dieser Papst – stark beeindruckt. Nun, auf DVD, kann man sich seine wichtigen Gedanken, Worte und Botschaften immer wieder anschauen und im beiliegenden Büchlein nachlesen.

In vielen Szenen zeigt der Film den enormen Mut des Papstes, wenn dieser beispielsweise vor der UNO die Umweltzerstörung und soziale Missstände anmahnt oder sich vor dem amerikanischen Kongress entschieden gegen Fremdenfeindlichkeit und die Waffenlobby wendet. Papst Franziskus beweist Mut und er macht Mut sich als Christ gegen den Strom zu stellen, wo es geboten ist.

Mir kommt dabei das Gedicht des Priesters und Schriftstellers Lothar Zenetti in den Sinn, das von Konstantin Wecker wunderschön vertont wurde:

Was keiner wagt, das sollt ihr wagen.

Was keiner sagt, das sagt heraus.

Was keiner denkt, das wagt zu denken.

Was keiner anfängt, das führt aus.

Wenn keiner ja sagt, sollt ihr´s sagen.

Wenn keiner nein sagt, sagt doch nein.

Wenn alle zweifeln, wagt zu glauben.

Wenn alle mittun, steht allein.

Wo alle loben, habt Bedenken.

Wo alle spotten, spottet nicht.

Wo alle geizen, wagt zu schenken.

Wo alles dunkel ist, macht Licht.

 

Ihr Diakon Andreas Thalhofer

06.01.2019 / 2

In diesen Tagen ziehen wieder unzählige Sternsinger durch die Häuser und bringen den Segen Gottes für das neue Jahr. Korrekter müssten wir sagen: sie sprechen uns diesen Segen neu zu! Denn gesegnet sind wir schon längst. Leider vergessen wir das nur allzu oft und verlieren uns in den Alltagssorgen. Der uralte Neujahrsbrauch (seit dem 16. Jahrhundert bezeugt) will uns unmittelbar daran erinnern, dass wir Beschenkte sind: wir sind beschenkt damit, dass wir leben dürfen. Wir sind in unseren Breiten beschenkt mit dem hohen Gut der Arbeit, die dem Menschen Würde verleiht. Wir sind beschenkt damit, von allem mehr als genug zur Verfügung zu haben und keinen ernstzunehmenden Mangel leiden zu müssen. Wir leben in dem Teil der Welt, der von den 80% des weltweiten Reichtums abbekommt, der nur 20% der Menschheit überhaupt zur Verfügung steht. Jeder von uns ist weitestgehend frei sein Leben zu gestalten, es bunt werden zu lassen, zu erschaffen, zu lieben, zu genießen, zu tanzen, zu lachen, zu trösten, krank zu sein und wieder zu gesunden. Wir leben in einer Matrix von Überfluss. Wir finden genügend Grund dankbar zu sein. Aber sehen wir das wirklich so? Sind wir nicht meistens damit beschäftigt den Mangel aufzuspüren und unsere Unzufriedenheit zu zelebrieren?

 

Sternsinger der Pfarreiengemeinschaft Neu-Ulm, unterwegs in Offenhausen / St. Albert

Mit dem Besuch der Sternsinger in unseren Häusern verbindet sich etwas Weiteres, sehr Wesentliches. Mit dem Zuspruch „Du bist gesegnet!“ ist uns gleichzeitig ans Herz gelegt: „Du sollst ein Segen sein!“ Genauso, wie die jungen Menschen durch die Häuser ziehend, zum Segen für andere werden, indem sie Spenden für Kinder weltweit sammeln und ihre Zeit in den Dienst stellen. Jeder ist eingeladen zur Mitsorge an einem gelingenden und fairen Miteinander weltweit zu tragen. Sicher helfen uns die Bilder der Not und des Mangels zu erkennen, wie schwerwiegend die Probleme weltweit sind. Da reicht es nicht auf andere zu verweisen und dabei auf Kosten anderer zu leben. Wir sind gerufen, weil wir gesegnete sind! Und schon die Menschen aus der Zeit der Bibel wussten: „Geben ist seliger als nehmen!“, weil darin das eigentliche anhaltende Glück verborgen liegt.

Ilona Thalhofer, Gemeindereferentin

23.12.2018 / 52 · 30.12.2018 / 1

Ein Stern geht auf … Eine Geschichte zur Weihnacht
Weihnachten ist voller Geschichten – aus der Bibel; aus der Kindheit, Familiengeschichten, …

Eine Geschichte finde ich spannend, sie kommt aus ferner Zukunft: Charles saß in seinem Raumschiff und raste mit mehrfacher Lichtgeschwindigkeit durch den interstellaren Raum. Er hatte sich freiwillig für dieses Unternehmen gemeldet, das mindestens sieben Jahre dauern sollte. Ziel war es, möglichst nahe an eine kosmische Katastrophe heranzukommen, um letzte Gewissheiten für die Entstehung der Welt zu bekommen. Seine einzigen Begleiter auf seinem Weg waren zwei Roboter.

Jetzt starrte er auf seine Monitore; die Daten, die er speicherte und zur Erde funkte, zeigten an, dass sie in unmittelbare Nähe des untergegangenen Sonnensystems geraten waren. Die Mission sollte zu ihrem Höhepunkt kommen.

Es war der 23. Dezember 2105; vor 30 Jahren hatte man Weihnachten abgeschafft, es gab dafür keinen Bedarf mehr. „Gott“, dachte Charles; auf seiner Reise war er keinem Gott begegnet, an unzähligen Sternen ist sein Raumschiff vorbeigerast, an einem Gott nicht. „Stille Nacht, heilige Nachte“, summte er und dachte fast ärgerlich an seine Kindheitserinnerungen; sein Vater hatte dieses Lied gesungen. „Gott soll ein Mensch geworden sein? Der Mensch ist alleine, so wie ich auf meinem Weg durch die Dunkelheit des Alls. Da ist kein Gott!“

Seine Gedanken wurden unterbrochen durch eine Reihe von Zahlen, die der Computer zu einer Zahl mit 25 Stellen zusammenfügte. Sie zeigte den Zeitpunkt an als der Stern, auf den das Raumschiff zuraste, am hellsten aufleuchtete, bevor er in sich zusammenstürzte und ein Planetensystem in sich verschlang. Die Augen von Charles sahen als erste das Datum dieser kosmischen Katastrophe, und es brauchte nur einen Tastendruck, um die fünfundzwanzigstellige Zahl auf Erdzeit umzurechnen.

Als Charles die berechnete Zeit sah, schlug er sich die Hände vors Gesicht: „6 v.u.Z.“ Unmöglich, dachte er, diese Zeitangabe war das Jahr der Geburt von Jesus in Betlehem. Zu dieser Zeit leuchtete die Supernova zwischen Jupiter, dem Königsstern, und Saturn, dem Stern Palästinas, auf und überstrahlte den Horizont, der Stern von Weihnachten. Ein Gott hatte eine kosmische Katastrophe inszeniert, um die Geburt seines Sohnes auf der Erde anzuzeigen. Charles fiel auf die Knie. „Gott, es gibt einen Gott. Mein Gott, es gibt dich.“

Alarmanzeigen leuchteten auf, das Raumschiff wurde immer schneller, angezogen durch die Schwerkraft des schwarzen Lochs, eine Umkehr war nicht mehr möglich. Aber die war für Charles jetzt nicht mehr nötig.
 

 
Welche Geschichten fallen uns ein, haben wir eine Lieblingsgeschichte zu Weihnachten?

„Ein Stern geht auf …“ (Num 24,17a), eine Verheißung aus dem alttestamentlichen Buch Numeri aus einer fernen Vergangenheit. Was konnten die Menschen damals mit diesen Worten anfangen? Wie war das mit dem Stern zu verstehen? Wann konnten sie mit der Erfüllung dieser Verheißung rechnen?

Und dann kam die Zeit, von der Menschen sagen und erzählen konnten: „Was wir gehört haben, was wir mit unseren Augen gesehen, … und was unsere Hände angefasst haben, das verkünden wir euch.“ (1 Joh 1,1-3).

Erzählen nicht alle Geschichten – jedenfalls die allermeisten – , die wir an Weihnachten erzählen und hören genau davon!? Es gibt einen Gott! Aus seiner Hand kommt alles, das Sichtbare und Unsichtbare, alles Vorstellbare und Unvorstellbare, alles … Und weil er uns das nicht „nur“ in fernen und gewaltigen Zeichen zeigen wollte, kam er in unsere Welt. Der Allerhöchste wird zum Allerniedrigsten, zum Allernächsten, er wird als Mensch geboren!

Ich bin dankbar für diese seine Geschichte! So viele Menschen denken daran und feiern diese Geschichte, auch die, die gerade grausame, unmenschliche und harte Geschichten erleben müssen, Krieg, Armut, Hunger, Elend und Not, Einsamkeit … Und ich glaube, sie können es, weil sie in im menschgewordenen Gott Jesus Christus auch ihre Geschichte finden und einen Gott erleben, der in ihrem Leben nicht „nur“ da war, sondern ist!

Was ist unsere Geschichte?

 

Meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ich wünschen Ihnen eine gesegnete Weihnacht!

Ihr Pfarrer Markus Mattes